banner

Chronik von Wermsdorf - anläßlich der 450 Jahr Feier

Geologischer Aufbau Wermsdorfs

Der geologische Aufbau Wermsdorfs ist sehr vielfältig. Er beinhaltet gleich vier Einheiten: Würbenthaler Gruppe, Tesstaler Gewölbe, Zöptauer Amphibolitsmassiv und Erzbergsgranit.
Die Würbenthaler Gruppe führt nur an der Ostgrenze des Gebiets am Hauptkamm des Altvaterge-birges vom Maiberg bis zur Verlorenen Steinen. Die meist verbreitete Gesteinsart ist hier Phyllit, aber im Gelände ist der helle Quarzit vertreten, den alle Gipfelberge und den Gesteinsmeeren unter ihnen beinhalten. Der Quarzitstein ist ein metamorphes Gestein, der fast ausschließlich aus Quarz besteht. Ursprünglich war es ein Meeressediment aus Quarzsand. Die große Besonderheit ist, dass trotz der Umwandlung durch hohe Temperaturen und Druck man im Quarzit manche etwas schlechter bestimmbare Reste von Fossilien von Meeresmuscheln, Tintenfischen und Wurmnester (konkret auf der Schieferheide) findet. Gerade aufgrund dieser Fossilien konnte man ziemlich genau das Alter dieser Steine bestimmen. Es entspricht etwa dem Unterdevon mit dem absoluten Alter von ca. 380 Mil. Jahre. Außer Felsen und Steinmeere bilden Quarzite auf der Schieferheide auch so genannte Gesteinspolygone und Furchenerden, geomorphologische Formen, die bei uns nur vereinzelt im Altvatergebirge und Riesengebirge vorkommen. Und eben deswegen wurde das Gebiet der Schieferheide zum Naturschutzpark ernannt.
Im Tesstaler Gewölbe, welches den größten Teil Wermsdorfs bildet, ist die überwiegende Gesteins-Art der so genannte Tesstaler Gneis. Der Gneis und dessen verwandte Arten, die Migmatite, sind ebenfalls eine metamorphe Gesteinsart, dessen Alter man nicht genauer bestimmen kann - wahrscheinlich jedoch noch vor der Erdfrühzeit. Der tesstaler Gneis ist ein festes, graues Gestein, mancherorts mit einem Hauch von Lila oder Grün, und, so weit es bekannt ist, wurde er nie gefördert. Dieser Gneis hatte für Wermsdorf und das ganze Tesstal trotzdem eine enorme Bedeutung, da er Eisenerze, die über ein Paar Jahrhunderte gefördert wurden, beinhaltete und diese die zöptauer Eisenwerke mit ihren Nebenwerken begünstigt haben.
Das Zöptauer Amphibolitsmassiv hat sein Zentrum, wie der Name schon sagt, um Zöptau. Das Gebiet Wermsdorfs, Sensenzipfels und Schwagersdorfs streifen nur seine Ausläufer. Amphibolite sind metamorphe Gesteinsarten, von grünlicher Farbe und zusammengesetzt aus Amphibolit und Feldspat, die sehr wahrscheinlich ihren geologischen Ursprung im Devon haben. Die interessanteren Gesteinsarten, aus mineralogischer und historischer Sicht, sind jene begleitende Gesteinsarten, welche kleinere Einlagen (Adern) bilden: Aktinolith- und Chloritschiefer, Serpentinit und Feldspat. Von diesen ist der Feldspat am interessantesten. Er ist eine Gesteinsart, die in der Tschechischen Republik nur im Gebiet um Zöptau und Wermsdorfs vorkommt. Es ist ein Mineral, der fast ausschließlich aus Speckstein besteht (und damit auch ein sehr weiches Mineral ist), und im Wermsdorf und seiner Umgebung vier bekannte Fundorte hat, wo man sie in der Vergangenheit förderte.
Der Eisenbergsgranit ist der kleinste der geologischen Einheiten, er nimmt eine Fläche von etwa 4km² rund um den Erzberg ein, aber er ist in vielerlei Hinsicht interessant. Dieser Granit ist ein Magmagestein und wahrscheinlich das jüngste von Wermsdorf (vielleicht um die 260 Mil. Jahre). An der Oberfläche nimmt es nur eine kleine Fläche ein, aber in der Tiefe hängt er höchst wahrscheinlich mit größeren Massiven (Schönberger und Friedberger Granitmassiv) zusammen. Eisenbergsgranit ist hellgrau bis leicht rosa und hat nur wenig Glimmer. Umso öfter findet man Körner und kleine Eisenkristalle im Granit - in diesem ähnelt er dem Schönberger Granit. Der Steinbruch wurde am Hang des Erzbergs geöffnet, über dem sich ein Felsenmeer mit Steinen und Blöcken bis zu einer Größe von 2 m befindet. Für anspruchsvollere Bildhauerarbeiten ist der hiesige Granit nicht gut geeignet; man nutzt ihn hauptsächlich zur Herstellung von Schotter.

Inhalt der Chronik:

Umgebung

Geologischer Aufbau

Bergbau und
Mineralienfundorte


Hydrologie

Flora und Fauna

Naturdenkmale

16. Jahrhundert

17.Jahrhundert

Hexenprozesse

18. Jahrhundert

Anfangs des
19. Jahrhunderts


Mitte des
19. Jahrhunderts


2. Hälfte des
19. Jahrhunderts


Jahrhundertwende

1. Weltkrieges

1938 - 1945

1945 - 1948

1948 - 1989

seit 1989

Die Bewohner- und
Häuserzahl


Papiermanufaktur

St. Matthäus-Kirche

Kapelle des Hl. Johannes
des Täufers


Schule und Schulwesen

Die Bürgermeister

Lokalkapläne und Pfarrer

Oberlehrer und
Schuldirektoren