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Chronik von Wermsdorf - anläßlich der 450 Jahr Feier

Flora und Fauna in und um Wermsdorf

Flora: Die Pflanzenwelt dieses Gebietes ist durch seine Lage, Geländeform, geologische und klimatische Bedingungen bestimmt. Die Flora ändert sich flächenmäßig und durch zunehmende Seehöhe. Wermsdorf liegt im phytogeografischen Gebiet der Gebirgsflora, dem so genannten Oreophytikum des Altvatergebirges. Die Flora dieses Gebietes ist nicht sehr artenreich, trotzdem findet man hier auch manche seltene oder bedrohte Pflanzenarten. Die heutige Flora des Altvatergebirges ist ein Ergebnis ihrer Entwicklung seit der letzten Eiszeit. Damals gab es auf diesem Gebiet waldlose Flächen ähnlich einer Tundra. Manche Lebewesen aus dieser Zeit haben bis heute überlebt, man nennt sie Glazialrelikte und sie haben ihre Zufluchtsorte meistens im Kammgebiet des Gebirges gefunden. Vor der Ankunft der ersten Siedler war Wermsdorf ein Bestandteil breiter Laubwälder, aber nur in sehr hohen Lagen des Altvatergebirges wuchsen Bergfichten. Laut Rekonstruktion dieser Vegetation, müsste es auf dem ganzen wermsdorfer Gebiet in der Höhe von 500 bis 1000 m Seehöhe nur Buchenwälder mit Neunblattzahnwurz geben. In der Baumschicht dieser Wälder findet man oft Ahorn, Tanne (heute fast ausgestorben) und Fichte. Als Vertreter der zahlreichen Kräuter wachsen hier außer Neunblattzahnwurz z.B. auch Zwiebel-Zahnwurz, Ähriges Christophskraut, Waldfrauenfarn, Echter Wurmfarn, Waldmeister, Berg-Goldnessel, Mauerlattich, Waldsauerklee und Wald-Bingelkraut. Auf dem südlichen Hang vom Ameisenhübel in etwa 800 - 1200m Seehöhe entwickelte sich hier der Fichtenbuchenwald. Die Fichte ist in der Baumschicht mehr vertreten, Tannen im Gegensatz bilden sich zurück. In diesen Wäldern wachsen nicht viele Pflanzenarten, die Gräserschicht bedeckt meistens wesentliche Flächen. Es überwiegen oft das Wollige Reitgras oder die Heidelbeere. Weitere Pflanzen dieser Wälder sind: Rippenfarn, grüner Alpenlattich, Tannenbärlapp, Sprossender Bärlapp, Wald-Hainsimse und Quirlblättrige Weißwurz. Heutzutage ist die Buche um Wermsdorf größtenteils abgeerntet und wurde durch Fichtenmonokulturen ersetzt. Die letzten Reste der natürlichen Buchenbestände befinden sich nur noch im Tal der Merta und unterhalb vom Franzens Jagdhaus. Diese Buchegewächse gehören zu den am meisten erhaltenen und größten Beständen des ganzen Gebiets.
Um den Ameisenhübel vom Großen Mai bis zu den Verlorenen Steinen in 1200 - 1350m Seehöhe wachsen Bergfichten. Diese sind an Lehm- eventuell Torfboden in Feucht- und Kaltgebieten gebunden. An Baumbeständen findet man hier fast ausschließlich Fichte mit Eberesche (Vogelbeere), in niederen Gebieten auch Buche und Tanne. In Höheren Lagen gibt es niederen Bewuchs, Fichten erreichen hier die obere Waldgrenze. Bergwälder wurden schon ab dem 15. und 16. Jahrhundert von Menschen genutzt. Man hat hier das Holz abgeholzt und es wurden auch die Waldwiesen zum Grasen und als Viehweiden genutzt. Dadurch kam es zur Herabsetzung der oberen Waldhöhengrenzen. Nach und nach kam es schließlich zum Versuch, diese wieder in ihre ursprüngliche Seehöhe zurückzubringen. Es wurden Bergkiefern, Fichten und weniger erfolgreich Zirbelkiefern gepflanzt, die hier nicht angewachsen sind. Die Bergkiefer war in natürlichen Beständen im Altvatergebirge nie vertreten, stattdessen, wie die letzte Pollenanalysen ergeben haben, hat ihre Rolle in der Vergangenheit wahrscheinlich eher die gemeine Hasel übernommen. Laut historischen Quellen kann man davon ausgehen, dass sich heute die obere Waldgrenze in ihrer ursprünglichen Höhe von 1315 - 1350 m Seehöhe stabilisiert hat. Die Fichte hat in diesen Höhen eine Überlebensstrategie entwickelt, die ihr das Weiterleben ermöglicht. Bäume, die am Rand einer Baumgruppe wachsen, funktionieren wie ein Puffer gegen starke Winde, sind etwas kleiner und haben so genannte Fahnenförmige Kronen. Das Verwurzeln der untersten Äste ermöglicht gleichzeitig das langsamere Verbreiten der Gruppe, die zur Bildung von Samen keine Energie verschwendet. Die Gräserschicht dieser Gegend ist sehr Artenarm. Meist sind hier Reitgräser vertreten, die ein weiteres Ausbreiten anderer Pflanzen und ein größeres Vorkommen von Moosarten verhindern. Stellenweise bildet die Wald-Hainsimse größere Teppiche, an aufgelichteten Stellen wächst die Draht-Schmiele, und auf flachen Steinböden auch die Heidelbeere. Weitere Pflanzenarten, die hier wachsen, sind: Knotenfuß, grüner Alpenlattich, Rippenfarn und an feuchten Stellen entlang von Bächen findet man auch das zweiblütige Veilchen.
Bergfichten aus den Ursprungsbeständen gibt es nur in Restbeständen; teils wurden sie abgeholzt, teils wurden sie durch Stürme vernichtet. Bis vor kurzem gab es noch in der Nähe von Franzens Jagdhaus und am Großen und Kleinen Seeberg die ältesten und besterhaltenden Bestände dieser Bergfichten.
Zwischen dem Großen und Kleinen Seeberg entwickelte sich ein Torffichtenwald, der an Stellen mit hohem Grundwasserspiegel mit langsamerem Wasserabfluss gebunden ist. Dadurch bedingt, besteht dieser Waldabschnitt ausschließlich aus Fichten, der Vogelbeerbaum ist hier eher selten. Unter den Kräutern und Gräsern gibt es hier nur wenige Arten: das Blaue Pfeifengras, Scheidenwollgras, Rauschbeere, Gewöhnliche Moosbeere und Sprossende Bärlapp. Am Großen Seeberg, unterwegs vom Franzens Jagdhaus in Richtung Breiter Kamm, befindet sich ein Moorgebiet. Es ist zwar nicht so groß wie zwischen Fuhrmann und Kepernik, unterhalb von Petersteinen, oder bei der Schweizerei, aber er ist trotzdem bedeutungsvoll. Diese Gemeinschaften sind im Postglazial an den Stellen entstanden, wo früher längere Zeit Oberwasser stehen geblieben ist. Diese Moorgebiete haben ihren eigenen spezifischen Geruch, weil sie von verschiedenen Torfpflanzen, deren Unterschicht abstirbt, gebildet werden. In gleichmäßigen Torfbewachsungen befinden sich auch andere Moosarten, z.B. Goldenes Frauenhaar und Steifblättriges Frauenhaar, aber auch blühende Pflanzen wie Scheidenwollgras, Rauschbeere, Gewöhnliche Moosbeere, Preiselbeeren, Fuchs-Knabenkraut und verschiedene Seggenarten, wie z.B. Braun-Segge, Grau-Segge, Schnabel-Segge, Blaugrüne-Segge und Schlamm-Segge. Unter den niedrigen Fichtenkronen wächst hier eine kleine Orchideenart, das in der Tschechischen Republik sehr bedrohte, kleine Zweiblatt.
Im Quellgebiet der Merta auf 1180 - 1230 m Seehöhe, zwischen Schieferheide und Hirschkamm und zwischen Hirschkamm und Großem Maiberg, entwickelte sich ein Fichtenmoorwald. Im Baumgebiet hat neben der Fichte auch die Eberesche ihren Anteil. Diese bilden dann gemeinsam die obere Waldgrenze, die überwiegend auf nordwestlichen Abhängen von durchschnittlicher Neigung von 23°. Es sind Lawinenfelder mit langliegender Schneedecke, die wieder die Feuchtigkeitsverhältnisse dieser Pflanzen beeinflusst. Auf eine höhere Bodefeuchtigkeit sind Gebirgsfarne gebunden, die hier sehr gut wachsen. Auf schattigen und trockeneren Stellen unter den Fichten ist am meisten die Heidelbeere verbreitet, weiterhin wachsen hier noch: Gebirgssauerampfer, Dreiblättriger Dornfarn, Waldsauerklee, Hain-Sternmiere, Siebenstern, Himbeere, Riesengoldrute und Knotenfuß.
Die obersten Partien dieses Gebietes, vom Ameisenhübel bis zum Großen Maiberg und Ofen bei Verlorenen Steinen, bilden über der Waldgrenze subalpinische Einöden. Es sind Gras- und Strauchgemeinschaften, die sich den extremen Verhältnissen durch niedrigen Wuchs, der Fähigkeit ihre Entwicklung während der kurzen Vegetationsperiode zu beenden und intensiveren Verfärbung der Blüten, durch die Einwirkung der Sonnenstrahlen, angepasst haben. Die Fichten bilden hier nur vereinzelt kleinere Gruppen. Sie sind von niedrigerem Wuchs und ihre Krone bildet durch das ständige Einwirken von Windböen eine Fahnenform. Es wächst hier auch der Vogelbeerbaum und vereinzelt der niedere Wacholder, der wegen seiner Rarität zu den kritisch bedrohten Arten in der Tschechischen Republik gezählt wird. Es wechseln sich hier Borstgrasrasen mit Rohrschwingelrasen ab, woanders wieder mit Wolligem Reitgras, zwischen Schieferheide und Ofen mit der Rasen-Schmiele. Von den Grasarten findet man hier Schwingel, Rotschwingel, Läger-Rispengras, Draht-Schmiele und Borstgras, das nicht nur zusammenhängend wächst, sondern auch neben den Touristenpfaden fest zusammengeschlossene Büschel bildet. Zu den weiteren Pflanzen dieser Gruppe gehören außerdem Alpenmutterwurz, Sudeten-Veilchen, Besenheide, Preiselbeere und Heidelbeere, Goldfingerkraut, Blutwurz, orangerotes Habichtkraut, Gewöhnliches Ferkelkraut, Schlangen-Knöterich und die bärtige Glockenblume, die im Wappen des Naturschutzgebietes Altvatergebirge steht (CHKO).
Die Gipfelfelsen und das Geröll zwischen Schieferheide und Verlorenen Steinen sind Fundorte verschiedener Flechten und Moosarten. Die häufigste vertretene Art ist die Landkartenflechte, die an Felsen gelb-grüne Mappen bildet. Weitere Arten, die hier wachsen sind: Isländisches Moos (bedrohte Art), einige Arten Cladonia (Rentierflechte, Echte Becherflechte, Fingerbecherflechte) und Flechten (Krustenflechten, Blattflechten). Auf einem humusreichen Boden und in den Felsspalten findet man sehr bedrohte Moosarten, wie z.B. Lichenomphalia Hudsoniana. Die typischen Moosarten der Felsen und Gerölle zwischen Schieferheide und Verlorenen Steinen sind hier ungleichästige Zackenmütze, Wolliges Zackenmützenmoos, Steinklaffmoos, Lebermoose, Keillappenmoos, Mylia-Moos und seltener Dreilappiges Peitschenmoos. Im Jahre 2006 wurden in diesem Gebiet 120 Arten Flechten (das sind ca.10 % der tschechischen Lichoflora) und 135 Arten Moos (das sind ca. 16% der tschechischen Bryoflora). Mit der sinkenden Seehöhe ändert sich auch die Zusammensetzung der Pflanzenarten. Manche von diesen oben genannten Pflanzen wachsen auch in niedrigeren Lagen entlang der Merta, bis sie schließlich durch andere Pflanzen abgelöst wurden. Von Laubbaumarten gibt es am Mertaufer Ahorn, Esche, Erle und heute schon etwas seltener Bergrüster.
Zu den auffälligeren Pflanzen entlang der Merta gehören Wald-Frauenfarn, Echter Wurmfarn, Nesselblättrige Glockenblume, Sumpf-Pipau, Hasenlattich, Vierblättrige Einbeere, Wolliger Hahnenfuß, Ährige Teufelskralle, Echter Seidelbast, Türkenbund, Geißbart. Am Flusslauf in den Feuchtgebieten findet man des Öfteren Wechselblättriges Milzkraut, in höheren Lagen Bitteres Schaumkraut, Bitteres Schaumkraut und Norwegisches Ruhrkraut. Über Sensenzipfel kommen dann am Mertaufer seltenere Gebirgskräuter vor, wie z.B. Wolfs-Eisenhut, Eisenhut, Stephanskraut, Alpenmilchlattich, Platanenblättriger Hahnenfuß und die dornlose Gebirgsrose. Von unauffälligeren Pflanzen findet man am linken Ufer vom Grundwasser bei Siebenhöfen das Moschuskraut, welches gerne übersehen wird. Die Gebirgswiesen sind dort entstanden, wo sich früher Wälder befanden. Auf den Wiesen bei Wermsdorf wachsen geläufige und auch etwas seltenere Arten der Wiesenpflanzen, wie z.B. die Margeriten, Kuckucks-Lichtnelke, Pechnelke, Wiesenglockenblume und die Silberdistel. Von den Gräserarten wachsen hier Wiesenfuchsschwanz, Wiesen-Lieschgras, Gewöhnliches Knäuelgras, Gewöhnlicher Glatthafer, Wiesen Schwingel, Wiesenrispengras und viele andere. Zur Gruppe der seltenen Arten gehören dann Waldhyazinthen oder sehr kleine, oft übersehene Farnart Echte Mondraute. Fauna: Die Tierwelt des Berggebietes und Bergvorlandes des Altvatergebirges ähnelt der Gebirgsfauna anderen Gebirgsregionen der Tschechischen Republik. Im Gebiet des Altvatergebirges leben etwa 25 Tausend Tierarten (Schätzung für gesamte Tschechische Republik ist etwa 41 Tausend Arten).
Sehr reich vertreten ist die Gruppe der Gliederfüßer. Neben Spinnen, Weberknechts, Pseudoskorpionen und Milben sind es vor allem Insekten, die sich in allen Umgebungen befinden. Im sauberen Wasser der Merta leben nicht nur Fische, sondern auch viele Arten Wasserinsekten. Auf dem scheinbar nicht belebten Flussboden entwickeln sich Larven der Eintagsfliegen, Steinfliegen und Köcherfliegen. Das Leben auf dem Flussboden ist besonders im Winter und im Frühling sehr reich, weil sich diese Lebewesen bei niedrigen Temperaturen entwickeln. In ihrem Erwachsenen Stadium, im Frühling, verlassen sie das Wasser und leben dann in der Ufervegetation.
Zu den auffälligen Insektenarten, die man in Wermsdorf beobachten kann, gehören Schmetterlinge, wie z.B. Aurorafalter, Hochmoorgelbling, Zitronenfalter, Goldene Acht, Großer und kleiner Schillerfalter, Kleiner Eisvogel, Distelfalter, Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Landkärtchen, Trauermantel, C-Falter, Kaisermantel, Schachbrett, Großer und Kleiner Perlmutterfalter, Erebia epiphron (deutscher Name ist nicht bekannt), Kreuzdorn-Zipfelfalter, Dukatenfalter, Himmelblauer Bläuling und vereinzelt auch Schwalbenschwanz, der zu unseren größten und schönsten Tagfaltern gehört. Er sucht trockene Hänge und erwachsene Falter rudeln sich oft auf erhöhten Stellen der Hügel der Region. Im Gebiet des Erzberges wurde in den 80 en Jahren des 20 Jahrhunderts sogar der Schwarze Apollo beobachtet. Dieser sehr seltene Falter, mit einer Flügelspannweite bis zu 7 cm, verschwindet langsam nicht nur aus dem tschechischen Naturgebiet, sondern auch innerhalb Europas. In Folge der Veränderung der Waldwirtschaft kommt es zum Verschwinden seiner Biotope - dünnbesetzte sonnige Laub- und Mischwälder. Von den Nachtfaltern kommt im Wermsdorf der Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter, Abendpfauenauge, Pappelschwärmer, Windenschwärmer, Kleiner Weinschwärmer, Kiefernschwärmer, Taubenschwänzchen, Großer Gabelschwanz, Schwammspinner und Pappelkarmin. Von Käfern leben um Wermsdorf herum z.B. Feld- und Wald-Sandlaufkäfer, Lederlaufkäfer, Goldleiste, Goldglänzender Laufkäfer, Körnerwarze, Nashornkäfer, Gebänderter Pinselkäfer, Metallischer-Rosenkäfer, Goldglänzender-Rosenkäfer, Balkenschröter, Kopfhornschröter, Großer Pestwurzrüßler, Vierbindiger Schmalbock, Moschusbock, Eichenwidderbock und Einfarbiger Langhornbock. Ein Interessanter Wiesen- und Rainkäfer ist der Schwarzer Ölkäfer. Bei Bedrohung sondert er Hämolymphe, die ein Giftstoff (Terpenoid Cantharidin) beinhaltet, welche schon in Dosis von 30 mg für Menschen tödlich sein kann, aber eine ganze Menge Lebewesen (z.B. Igel) sind dagegen immun.
Im Mertawasser befinden sich verschiedene Arten Fisch, wie z.B. Bachforelle, Buntflossenkoppe, Groppe, von Amphibien leben hier Grasfrösche, Erdkröte, Bergmolch, Feuersalamander, wobei die zwei letzteren sind in der Tschechischen Republik sehr bedrohte Tierarten. Als Kriechtiere sind hier Zauneidechsen, Ringelnattern, Blindschleichen und Kreuzotter vertreten.
Im Altvatergebirge kann man mehr als 200 Vogelarten beobachten, von denen manche vereinzelt oder kurzzeitig vorzufinden sind. Nistvogelarten gibt es hier weniger. Um Wermsdorf herum kommen des Öfteren Kuckuck, Uhu, Schleiereule, Waldkauz, Waldohreule, Raufußkauz, Schwarzstorch, Waldschnepfe, Ringeltaube und Hohltaube vor, an Raubvögeln gibt es hier Mäusebussard, Wespenbussard, Falke, Sperber, Habicht, Baumfalke und Wanderfalke, welcher immer wieder ins Altvatergebirge zu seinen historischen Nistplätzen zurückkehrt.
An Spechtarten ist hier Grauspecht, Grünspecht, Buntspecht, Kleinspecht, Schwarzspecht vertreten und von den Scharrvögeln findet man hier das Haselhuhn. Unsere zwei größten Vertreter der Scharrvögel, Auerhuhn und Birkhuhn, sind hier schon ausgestorben. Das Auerhuhn hat hier noch in den 80-ern Jahren des 20. Jahrhunderts am Großen und kleinen Seeberg gelebt und das Birkhuhn wurde noch in der Gipfelregion im Jahre 2000 beobachtet. Oberhalb des Mertaflusses kann man des Öfteren Wasseramsel und Gebirgsstelze und auch den Eisvogel sehen. Weitere Singvögel dieser Region sind Wiesenpieper, Wasserpieper, Ringdrossel (alle drei genannten Arten findet man in den Gipfelregionen des Gebirges), etwas seltener auch den Zwergschnäpper, weiter Bachstelze, Zaunkönig, Wintergoldhähnchen (unser kleinster Singvogel), Heckenbraunelle, Gimpel, seltener Karmingimpel, Kernbeißer, Fichtenkreuzschnabel, Singdrossel, Wacholderdrossel, Misteldrossel, Schlagschwirl, Braunkehlchen, Teichrohrsänger, Klappergrasmücke, Mönchsgrasmücke, Waldlaubsänger, Zilpzalp, Schwanzmeise, Kohlmeise, Sumpfmeise, Haubenmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Kleiber, Neuntöter, Eichelhäher, Elster, Tannenhäher und Kolkrabe.
Von der Gattung der Säugetiere leben hier in der Gegend um Wermsdorf: Rothirsch, Reh, Wildschwein, Rotfuchs, Dachs, Igel, Baummarder, Europäischer Iltis, Eichhörnchen, Siebenschläfer und Haselmaus. Im Gebiet der Schieferheide konnte man selten Spuren des Eurasischen Luchses sehen, der im Altvatergebirge dauernd lebt, und den Braunbär, welcher wahrscheinlich von Beskiden hierher gekommen ist. Zu den Tieren der Gipfelpartien über Wermsdorf gehören zweifelsohne auch Gämsen, die allerdings im Altvatergebirge ursprünglich nicht beheimatet waren, sie wurde etwa im Jahre 1913 hier angesiedelt. Die ersten fünf Stücke stammten aus dem österreichischen Mürzsteg und wurden ausgesetzt im Gebiet der Hohen Heide, einem Ort mit vielgliedrigem Terrain. Damals gab es neben dem alten Baumbestand auch Jungwuchs und größere Lichtung. In der Seehöhe von 1200m wurde hier ein Gehege von ca. 12 ha Fläche eingerichtet, aus dem dann 1924 21 Gämsen in die freie Natur freigelassen wurden. Die Gämsen haben sich dann nach und nach im ganzen Gebiet von Hochschar bis zum Backofen verbreitet. Eins ihrer Lieblingsstandorte befand sich dann auch bei Franzens-Jagdhaus. In 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts haben Gämsen im damaligen Revier Wermsdorf fünf Stände in der Seehöhe von 650m bis 1368m besetzt. Es heißt dann, dass sie hier im Höhenumfang von fast 720m gelebt haben. Damals gab es hier der höchste Gämsenstand (es wurden ca. 800 - 1000 Stück geschätzt) und im ganzen Gebiet vom Ameisenhübel bis zu den Verlorenen Steinen war es normal, dass man zahlreiche Gruppen gesehen hat. In den 90er Jahren hat starke Bestandsreduktion begonnen und heute ist der Bestand, geschätzt auf 150 bis 200 Stück, zurückgegangen.

Inhalt der Chronik:

Umgebung

Geologischer Aufbau

Bergbau und
Mineralienfundorte


Hydrologie

Flora und Fauna

Naturdenkmale

16. Jahrhundert

17.Jahrhundert

Hexenprozesse

18. Jahrhundert

Anfangs des
19. Jahrhunderts


Mitte des
19. Jahrhunderts


2. Hälfte des
19. Jahrhunderts


Jahrhundertwende

1. Weltkrieges

1938 - 1945

1945 - 1948

1948 - 1989

seit 1989

Die Bewohner- und
Häuserzahl


Papiermanufaktur

St. Matthäus-Kirche

Kapelle des Hl. Johannes
des Täufers


Schule und Schulwesen

Die Bürgermeister

Lokalkapläne und Pfarrer

Oberlehrer und
Schuldirektoren