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Chronik von Wermsdorf - anläßlich der 450 Jahr Feier

Die Schule und das Schulwesen in Wermsdorf

Vor dem Jahre 1774, wo die Kaiserin Maria Theresia ein Patent herausgegeben hat, mit dem eine 6 jährige Schulpflicht eingeführt wurde, mussten die Wermsdorfer in die Pfarrschule nach Zöptau gehen. Kurz danach hat die Gemeinde das Haus Nr. 58 gepachtet, wo die Grundschule eingerichtet wurde. Der erste Lehrer in Wermsdorf war bis 1790 ein gewisser Franz Aschemann. Seit dem Jahre 1777 wurde die Schule durch das Pfarramt verwaltet. Die Pfarrverwaltung unterlegte dann dem Kreisschulkommissariat in Olmütz. Die Wermsdorfer Schulchronik führt auf, dass die Schule im Dorf war schon seit dem Erbauen der ersten Kapelle, also etwa seit dem Jahre 1711, das ist aber unbegründet und damit auch unwahrscheinlich. Zu der neuen Schule wurde auch Kleppel eingegliedert und seit 1786 auch Schwagersdorf und Freiheitsberg.
Im Jahre 1786 waren die Räumlichkeiten des Hauses Nr.58 nicht mehr ausreichend und die Schule musste in das neue Haus Nr. 154 umziehen. In diesem einstöckigen Haus wurde außer einem Schulraum für 60 - 70 Kinder auch eine Wohnung für den Lehrer errichtet. Für das Gehalt des Lehrers war der religiöse Fond zuständig. Der Lehrer hatte auch eine Herrschaftsrente bekommen. Insgesamt war das Gehalt des Lehrers verhältnismäßig niedrig und für seinen Unterhalt musste auch die Gemeinde aufkommen und sogar die Kinder mussten Holz zum Heizen in die Schule bringen, die Familien der Kinder haben dem Lehrer auch Lebensmittel und Bekleidung gesichert.
Nach dem Ausrufen des neuen Reichsschulgesetzes im Jahre 1869 (mit Wirkung ab 1870) wurde die Wermsdorfer Schule zur Volksschule mit einer Klasse, wohin die Kinder 5 Jahre lang gingen. Weil durch das Gesetz eine 8jährige Schulpflicht eingeführt wurde, konnten die Kinder noch weitere 3 Jahre zur Volksschule gehen und wenn sie gute Noten erreicht hatten, durften sie weiter auf der Bürgerschule oder Gymnasium studieren. Für die wermsdorfer Kinder war die nächste Bürgerschule in Petersdorf oder in Wiesenberg und das Gymnasium in Schönberg. Vor allem im Winter hatten die Kinder aus den entfernten Siedlungen mit dem Schulbesuch ziemlich Schwierigkeiten gehabt. Die Kinder mussten auf dem Schulweg hin und zurück einige Kilometer nach Zöptau zu Fuß überwinden und von hier dann mit dem Zug weiter fahren. Die Armenkinder mussten allerdings zu Fuß bis nach Petersdorf oder Wiesenberg laufen. Die Schulwoche dauerte von Montag bis Samstag, am Mittwoch fand kein Unterricht statt. Die Mehrheit der Kinder konnte nicht an einen ganzjährigen regelmäßigen Schulgang denken. Das alles wurde von der Jahreszeit, Feldarbeiten und Wetter abhängig.
Bedeutende Veränderungen, die das neue Gesetz brachte, war die staatliche Unterstützung der ärmsten Kinder, auch die finanzielle Sicherung der Schulen, was sehr wichtig für die Schulen in kleineren und armen Gemeinden, wie z.B. auch Wermsdorf war. Von einem unerfreulichem Zustand der wermsdorfer Schule berichtet auch ein Eintrag in der Schulchronik, wo sich der Lehrer über die unzulängliche Gewährleistung des Schulunterrichts und sehr schlechten Zustand des Schulgebäudes vor dem Jahre 1869 beschwerte. Die schlecht versorgten und bezahlten Lehrer mussten dann in der Gemeinde noch weitere Berufe und Dienste ausüben, z.B. haben sie in der Kirche gedient, Orgel gespielt, die Musiknoten abgeschrieben, Bauprojekte für Einheimische gezeichnet, als Musikanten bei verschiedenen Gelegenheiten gespielt, damit sie noch was zu den Grundlebensbedürfnissen dazuverdienten. Man sagt hier direkt, dass "der Lehrer war im Dorf ein Dienstknecht, der alles machen musste und für den Pfarrer galt er als ein Untertan, der nicht nur in der Kirche sondern auch dem Pfarrer dienen musste".
Die neuen Verhältnisse, die nach dem Schulgesetz aufkommen sind, haben schon innerhalb paar Jahre ein steiles aufkommen der Schulpflichtigen Kinder gebracht. Wo bisher die Unterrichtskapazität der wermsdorfer Schule höchstens 70 Kinder betragen hat, im Schuljahr 1869 - 1870 sind schon 192 Schulkindern zum Unterricht gekommen. Deswegen musste die wermsdorfer Schule im Jahre 1872 von einer einklassigen zu einer zweiklassigen Volksschule erweitert werden. Wegen allgemeinem Lehrermangel hat bis zum Jahre 1876 auf der Wermsdorfer zweiklassigen Volksschule nur ein Lehrer, der Oberlehrer Johann Biener gewirkt. In diesem Jahr wurde hierher noch eine Hilfskraft, der Lehrer Josef Panik versetzt.
In dem Schuljahr 1881 - 1882 haben die wermsdorfer Schule schon 260 Schüler besucht, deswegen war es notwendig, diese noch im Jahre 1882 um eine Klasse zu erweitern. In Zusammenhang mit dieser Veränderung war in Wermsdorf ein neuer Oberlehrer mit der Qualifikation für "Mehrklassige" Schulen Franz Czech, dem bis zum Jahre 1883 zur Hand ein Lehrer stand, eingesetzt. In dem Schuljahr 1883 - 1884 haben schon auf Wermsdorfer Schule 3 Lehrer gewirkt - der Oberlehrer Czech und die Lehrer Richard Hartmann und Barbara Kuffner. In dieser Situation musste man das Schulgebäude erweitern. Die Schule wurde im Jahr 1882 um eine Etage, mit einem hölzernen Aufbau, aufgestockt. Im Schuljahr 1886 - 1887 haben die Schule 243 Schüler (122 Jungen und 121 Mädchen) besucht. Die erste Klasse haben 83 Kinder, die zweite Klasse 62 Kinder und die dritte Klasse 98 Kinder besucht. Die Schulkinder haben regelmäßig an verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Aktionen teilgenommen. Unter die alljährlichen Schulfestlichkeiten haben Feiertage, Geburtstage und Regierungsjubiläum der kaiserlichen Hoheiten, Ostern, Hl. Kommunion und Weihnachten gehört. Religiöse Feiertage waren mit einer charitativen Leistung für die Kinder verbunden: z.B. Weihnachten 1881 haben Katharina Schmidt, die Ehefrau des Inhabers der ullersdorfer Papiermanufaktur, der Pfarrer Schamschula, die Baronin Emma Klein von Wiesenberg und Gustav Siegel, Fabrikant aus Schönberg, für die Kinder aus armen Familien Winterbekleidung, Schuhe und Wäsche geschenkt. Die hiesigen Unternehmer haben die Schule mit verschiedenen Geschenken auch unterhalb des Schuljahres unterstützt. Z.B. die ullersdorfer Schmidts haben, nachdem sie die wermsdorfer Papiermühle gekauft haben, der Schule jährlich jede Menge Papier zum Malen geschenkt.
Ende des 19. Jahrhunderts hat die Wermsdorfer Schule allmählichen Abgang der Schüler verzeichnet. In dem Schuljahr 1897 - 1898 haben die Schule 199 Kinder besucht. Im Jahre 1911 hat man zum ersten Mal für die Wermsdorfer Schulkinder bei der Gelegenheit des nahenden Schuljahresendes einen "Schulausflug" veranlasst. Am 10. Juni sind die Schüler der 2. Schulklasse zu Fuß zum "Wiesenberger Moorgebiet", die Schüler der 3. Schulklasse zum Heidebrünnl marschiert. Die Schulausflüge wurden dann zum regelmäßigen Abschluss des Schuljahres.
Im Jahre 1912 kam es zur ausführlichen Rekonstruktion des Schulgebäudes. Wie die Mehrheit der damaligen Gebäude, so auch die Schule war nicht gegen Bodenässe isoliert, deswegen hat man es erst getrocknet, dann die Holzzerstörende Pilze von den Mauern und Böden entfernt und anschließend isoliert. In der Lehrerwohnung, die sich im Erdgeschoß befand, musste man die Holzfußböden ganz erneuern. Im Flur wurde dann Pflaster gelegt. Die Arbeiten haben wegen Mobilisation und die Erntezeit bis zum September 1914 gedauert. Vor allem war es ein Problem, das Baumaterial herzubringen, weil außer des Erbrichters Dominik Lang wollte keiner in der Erntezeit Pferde freistellen.
In der Zeit des 1. Weltkriegs und nach dem Krieg kam es zu spürbarem Rückgang der Zahl der Schulkinder. In dem Schuljahr 1920 - 1921 haben die Schule nur 152 Schüler besucht und im Jahre 1922 - 1923 nur noch 142 Schüler. Trotzdem, dass die Zahl der Wermsdorfer Schüler immer kleiner wurde (im Schuljahr 1926 - 1927 nur 109 Schüler), die 1. Klasse hatte regelmäßig immer Schülerüberschuss (im Schuljahr 1926 - 1927 69 Schüler). Weil auf dieser Stufe die Schüler das Lesen und Schreiben gelernt haben und es nötig war, ihnen eine große Aufmerksamkeit zu schenken, war die Klasse in zwei Parallelabteile geteilt. Weil die Zahl der Schüler der ersten Klasse stets gestiegen ist, wurde diese Maßnahme auch in den späteren Jahren belassen. Das Vorkommnis, welches die Aufmerksamkeit des wermsdorfer Schulchronikschreibers in dieser Zeit geweckt hatte, war der Abgang 3 Kinder anfangs des Schuljahres 1926 - 1927 in die tschechische Minderheitsschule nach Zöptau.
Im Jahre 1929 haben die Gemeindevertretung und der hiesige Schulrat über die Elektrifizierung des Schulgebäudes entschieden. In jeder Klasse wurden von der Firma Rudolf Göttlicher jun. 2 Birnen zum Leuchten in der Zeit des Spätunterrichtes installiert. Im Jahre 1930 wurden dann an der Frontseite des Schulgebäudes die Dachrinnen und die Regenwasserablaufrinnen ausgewechselt. Ab dem Schuljahr 1931 - 1932 haben dann im Zusammenhang mit der Ausdehnung des Unterrichts auf 4 Klassen 4 Lehrer gewirkt, und zwar der Oberlehrer Herrmann Alt und die Lehrer Franz Skarpil, Frida Wanek und Berta Mauler. Während der Sommerferien des Jahre 1936 kam es zur Entfernung der Holztreppe, die in das obere Stockwerk führte und zum Einbauen einer neuen Steintreppe.
Es ist sehr interessant, welche Rolle und was für einen Umfang haben tschechische Nationalfeiertage und bedeutende Tage wie z.B. der Geburtstag des Präsidenten Thomas Garrigue Masaryks, Edvard Beneschs, Rastislav Stefániks, Tag der Tschechischen Staatlichkeit usw. in dem rein deutschen Wermsdorf gespielt. Bei diesen Gelegenheiten hatte man Umzüge der Schuljugend durch das ganze Dorf organisiert, die dann in allgemeinem Volksfest in der Mitte des Dorfes ihr Gipfel erreicht haben. An diesen Feierlichkeiten haben auch alle Interessen- und Gesellschaftsvereine teilgenommen und ein Teil dieser Veranstaltungen war auch ein reiches Kulturprogramm mit Theatervorstellung, Musik und Tanz. Die wermsdorfer Schulchronik endet leider mit dem Jahr 1936 - 1937, dass wir also keine Überlieferungen über die weitere Entwicklung der Schule Ende der 30er Jahre und während des 2. Weltkriegs haben. In diesem Jahr haben 137 Kinder (68 Jungen und 69 Mädchen) die Schule besucht.
Nach der Beendigung des Krieges im Jahre 1945 sind schon ins Dorf die tschechischen Siedler gekommen, die deutsche Bevölkerung wurde im Jahre 1946 ausgesiedelt. Die Schule wurde für die neue tschechische Volksschule beschlagnahmt, wo dann am 11. März 1946 der Unterricht begonnen hat. Der erste tschechische Oberlehrer (Schuldirektor) in Wermsdorf war Josef Suk, ein erfahrener Lehrer, der lange Zeit in der Slowakei gewirkt hat und der Anfang März 1946 von Goldenstein nach Wermsdorf gekommen ist. Die Schule war einklassig und es haben 16 Kinder (11 Jungen und 5 Mädchen) am Unterricht teilgenommen. Zur Bürgerschule mussten dann die Kinder weiterhin nach Petersdorf oder nach Wiesenberg gehen. Es gibt eine sehr interessante Bemerkung in der Schulchronik, dass "der Fortgang der Schüler in dieser Zeit sehr schlecht war - und auch der Gesundheitszustand der Kinder sehr schlecht war. Die Kinder haben unter den Folgen der Unterernährung und der ungesunden Wohnverhältnissen gelitten". Der Schulbesuch war "sehr gut", es war aber notwendig eine Sonderklassifikation zu benutzen. Trotzdem wurden 4 Schüler nicht versetzt. Für die deutschen Kinder bis zur Abschiebung im Jahre 1946 wurde der Unterricht nicht eingeführt.
Im Schuljahr 1946 - 1947 sind zum regelmäßigen Unterricht 29 Kinder (9 Kinder sind währen des Schuljahres dazu gekommen) gegangen. Das Schuljahr hat schon in einem regulären Termin begonnen und auch der Unterricht hat sich stabilisiert. Die Schule hat sich auch für die Verbesserung der Verpflegung (die Kinder haben Pausenbrot bekommen) und der Bekleidung eingesetzt. Es sind regelmäßige Impfungen gegen ansteckende Krankheiten (Diphtherie, Pocken, Tuberkulose) durchgeführt worden. Die Schüler haben unter der Leitung des Lehrers 2 Kinderkränzchen mit Marionettentheater und Unterhaltung für die Öffentlichkeit inszeniert. Das ganze Jahr durch hat man die Sammlung der "Abfallstoffe" durchgeführt und die Schüler sind zum Arbeitseinsatz in die Baumschule in Siebenhöfen gegangen.
In diesem Schuljahr wurde der örtliche Schulrat mit 3 Mitgliedern, ganz vorne Peter Mikyska, der Volkstreuhänder der Fabrik zur Herstellung der Holzwolle, und auch der Elternbeirat gegründet. Der Unterricht wurde unter der Leitung des Oberlehrers (Schuldirektors) gehalten. Religionsunterricht hat der Pater Josef Senkyrík aus Zöptau, Mädchenarbeiten Aloisia Sulová aus Zöptau (bis April 1948, danach Ludmila Macíková aus Wiesenberg gegeben.
Für das Schuljahr 1948 - 1949 wurden schon 42 Kinder eingeschrieben und es wurde dann notwendig eine zweite weiterführende Klasse einzurichten. Die zweite Lehrerstelle in diesem Schuljahr hat Marie Suková, die Ehefrau des Oberlehrers (Schuldirektors) angetreten. Aber schon im nächsten Jahr wurden nur 35 Kinder eingeschrieben und eine Klasse musste man wieder auflösen. An die Stelle des Ehepaares Suk, das ins Landesinnere versetzt worden ist, kam in diesem Jahr der Oberlehrer Vladimír Bures, den dann zuerst im Jahre 1954 Drahomíra Kleibelová und danach Jaromír Dornák und zum Schluss Josef Hlousek, der hier bis zum Jahre 1975 geblieben ist, abgelöst haben.
Im Lauf der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts hat die Schule eine bedeutende Rolle im Gesellschafts- und Kulturleben der Gemeinde gespielt. Die Kinder haben sich jedes Jahr am Kulturprogramm aller bedeutenden Feierlichkeiten dieser Zeit (Geburtstagsfeier der Präsidenten Klement Gottwald, J. V. Stalin, V. I. Lenin, 28. Oktober - Tag der Entstehung eines selbständigen Tschechoslowakischen Staates, 7. November - Oktoberrevolution, Muttertag, Pioniergelöbnis der neuen Pionieren usw.). Die Schüler haben auch während des Schuljahres regelmäßig mindestens 200 Stunden Arbeitseinsatz entweder in Waldschulen oder auf den Feldern der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) abgearbeitet, haben Altpapier und andere Rohstoffe gesammelt. Eine sehr interessante Aktivität wurde in dieser Zeit das so genannte Schülersparen, in dessen Rahmen die Schüler regelmäßig das Geld gespart haben, das sie aus dem Erlös der Sammlungen oder von den Feldarbeiten der LPG bekommen haben. Eine kuriose Aktion war der "Tag der offenen Tür" wo die arbeitende Eltern mit ihrer Kinder am Unterricht teilnehmen "durften". Gegenüber den Anfängen ist die Aktivität des Elternbeirats wesentlich rückgängig geworden. Die Schule hat auch für ihre Schüler Gespräche mit den schönberger Soldaten, Widerstandskämpfern uva. und Ende des Schuljahres einen Schulausflug organisiert, wobei man mit einem Bus die Sehenswürdigkeiten Mährens besucht hatte (z.B. im Jahre 1952 haben die Kinder einen Zweitägigen Ausflug nach Beskiden unternommen).
Nach dem neuen Schulgesetz vom April 1953 wurde der Unterricht auf 8-jährigen Mittelschulen durchgeführt. Also sind die wermsdorfer Kinder die ersten 5 Jahre zur Schule in Wermsdorf gegangen, danach sind sie auf die 8-jährige Mittelschule nach Zöptau versetzt worden. Nach Zöptau hat man dann zu diesem Zweck regelmäßige Schulbusse organisiert. Die wermsdorfer Schule wurde dann in 2 Klassen geteilt (1. Klasse: Kinder des 1. und 4. Schuljahres, 2. Klasse: Kinder des 2., 3. und 5. Schuljahres). Im Schuljahr 1955 - 1956 haben die 1. Klasse 17 Schüler und die 2. Klasse 23 Schüler besucht. Im Jahr 1960 wurden die 8-jährigen Mittelschulen in eine 9-jährige Grundschule umgewandelt. In Wermsdorf war dann das 1. - 5. Schuljahrgang in 2 Klassen, wo im Schuljahr 1960 - 1961 48 Schüler am Unterricht teilgenommen haben.
Die ganze 50er Jahre und noch Anfang der 60er Jahre habe die Mehrheit der Wermsdorfer Kinder am Religionsunterricht teilgenommen (im Schuljahr 1960 - 1961 die ganze Hälfte der Schüler). Wie der Schuldirektor Hlousek in der Chronik schreibt, ist es "mit Hilfe der örtlichen Organisation der KPT und der atheistischen Propaganda gelungen, wieder die Prozentzahl der Kinder, die zum Religionsunterricht angemeldet waren, zu verringern". Ab 1961 fand der Religionsunterricht, weil die Zahl der zum Religionsunterricht angemeldeten Kinder immer kleiner wurde, nur 1 Mal in 14 Tagen statt. In dem Schuljahr 1962 - 1963 wurde der Religionsunterricht ganz abgeschafft, weil sich nur 3 Schüler angemeldet haben. In den folgenden Jahren wurde dieser wieder aufgenommen und Ende der 60er Jahre hatte man Religion wieder wöchentlich unterrichtet.
Seit dem Anfang des tschechischen Schulwesens in Wermsdorf hat sich der Oberlehrer Suk ständig über den schlechten Zustand des Schulgebäudes beschwert und er hat sich um den Bau einer ganz neuen Schule bemüht. Die Schule hat am alten Gebäude einen weiten Garten bekommen, aber das neue Gebäude wurde ganz wo anders, hinter dem heutigen Gemeindeamt, geplant. Schon im Jahre 1948 wurden Grundpläne für den Bau ausgefertigt, aber der Landesausschuss hat das Geld nicht einmal für die notwendigsten Reparaturen des alten Gebäudes, das sehr vernachlässigt war und wo es hineingeregnet hat, freigegeben. Deswegen musste diese Reparaturen die Gemeinde zu Eigenkosten durchführen. Weil es seit Ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts ständig zur Verminderung der Schulpflichtigen Kinder in Wermsdorf kam, wurde von dem Projekt des Baus der neuen Schule Abstand genommen.
Im Jahre 1950 wurden vom Kreisnationalausschuss 200 Tausend Kronen (zur Adaptation des alten Gebäudes wurden aber 500 Tausend Kronen nötig) ausgegliedert, aber weil das schönberger Kommunalbetrieb und die Baubetriebe aus Kapazitätsgründen diese Arbeiten durchzuführen abgelehnt haben, ist das Geld, ohne zu nutzen, verfallen. Obwohl jedes Jahresende das Geld für die jetzt schon notwendigste Rekonstruktion zugesprochen wurde, wurde es niemals wirklich ausgegliedert. Vom Jahr zu Jahr kommt es zur Eintragung in die Schulchronik, dass die Probleme mit dem Dach immer schlimmer werden, dass es hinein regnet, und über den Baufälligkeitszustand der Fußböden, Sanitäreinrichtungen usw. usw.
Zu der Reparatur des jetzt schon sehr verkommenen Gebäudes kam es erst im Oktober 1957, wo man 35 Fenstern ausgetauscht, die Fenster im Erdgeschoss gestrichen, die Fußböden im Erdgeschoss aus Beton neu gefertigt und in der Schulsporthalle man ein Parkett gelegt hat. Erneuert wurden auch der Innenputz und auch die schon schadhafte Kamine. Der Holzaufbau wurde mit Eternitplatten beschlagen, das Erdgeschoss hat man ganz neu verputzt. Wenn es um die Inneneinrichtung geht, hat man neue Toiletten errichtet und es wurde Wasser aus dem Brunnen des Ortsnationalausschusses in das Gebäude gelegt. Ganz neu wurde auch innen das elektrische Netz mit Beleuchtungskörper ausgebaut. Die Reparaturarbeiten haben bis in September 1958 gedauert und haben 96 Tausend Kronen gekostet. Kleinere Reparaturen wurden auch in den folgenden Jahren durchgeführt.
Noch in der 2. Hälfte der 60er Jahre kam es zur Verschönerung der Umgebung der Schule mit einem Gemüse- und Obstgarten. Der Wermsdorfer Schule hat jahrelang eine geeignete Außensportanlage gefehlt (die Schulsporthalle war schon vorhanden). Im Jahre 1967 wurde der Sportplatz an der Schule fertig gestellt und man hat noch eine Eisbahn gebaut.
Seit Ende der 60er Jahre hat die wermsdorfer Schule mit dem plötzlichen Schülermangel gerungen. Im Schuljahr 1972 - 1973 haben die Schule nur 32 Kinder besucht, und für das nächste Schuljahr wurden nur noch 3 Kinder für die 1. Klasse angemeldet. Als Reaktion auf diesen Zustand wurde die wermsdorfer Schule im Schuljahr 1973 - 1974 das erste Mal seit 1948 zu einer einklassigen Schule mit 4 Schuljahrgängern umgewandelt. Da die 5. Klasse in die Grundschule in Zöptau verlegt wurde, kam es in diesem Schuljahr zu einer rapiden Schülerverminderung. Eingetragen wurden nur 17 Kinder und im nächsten Schuljahr (1974 - 1975) nur noch 15 Kinder.
Aufgrund dieser Verminderung der Kinder im Dorf, aber vor allem aufgrund der Verwaltungsänderungen, die am 30. Juni 1975 zum Auflösen der selbständigen Gemeinde Wermsdorf geführt hat, wurde zum 31. August 1975 auch die einklassige wermsdorfer Schule abgeschafft. Hiesige Kinder wurden in die zugehörigen Klassen in der Zöptauer Grundschule verteilt. Der Schuldirektor Josef Hlousek wurde nach 21 Jahren in die Grundschule beim ullersdorfer Kurort versetzt, wo er dort zum Direktor wurde. Für seine Wirkung an der wermsdorfer Schule hatte er vom Kultusminister den Titel "Vorbildlicher Lehrer" bekommen.
Das alte Schulgebäude wurde dann geleert und in die Hände des Bezirksgesundheitswesens in Schönberg übergeben. Man hat damit gerechnet, dass das Gebäude zu den Erholungszwecken der Schülerinnen der Medizinischen Fachschule Schönberg genutzt werden konnte. Wegen des gesamten Verfalls, vor allem des Holzaufbaus, wurde das Gebäude 1983 abgerissen und an seiner Stelle ein neues Erholungszentrum des Bezirksgesundheitswesens in Schönberg, heute das Hotel REONEO, gebaut.

Inhalt der Chronik:

Umgebung

Geologischer Aufbau

Bergbau und
Mineralienfundorte


Hydrologie

Flora und Fauna

Naturdenkmale

16. Jahrhundert

17.Jahrhundert

Hexenprozesse

18. Jahrhundert

Anfangs des
19. Jahrhunderts


Mitte des
19. Jahrhunderts


2. Hälfte des
19. Jahrhunderts


Jahrhundertwende

1. Weltkrieges

1938 - 1945

1945 - 1948

1948 - 1989

seit 1989

Die Bewohner- und
Häuserzahl


Papiermanufaktur

St. Matthäus-Kirche

Kapelle des Hl. Johannes
des Täufers


Schule und Schulwesen

Die Bürgermeister

Lokalkapläne und Pfarrer

Oberlehrer und
Schuldirektoren