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Geschichte vor 1945

Unter dem Punkt Wermsdorfer Geschichten finden Sie Geschichten, die Erwin Küffel seinen Kindern und Enkel erzählte.
Sabine Boguth, seine Enkelin, hat diese aufgeschrieben damit sie nicht verloren gehen.
Freundlicherweise darf ich auch hier einige davon veröffentlichen.

Die gedruckte Version ist leider ausverkauft. Sollten Sie Interesse daran haben, schicken Sie uns bitte eine kurze E-Mail. 
Bei genügend großem Interesse kann über eine Neuauflage nachgedacht werden.

Neu unter diesem Punkt ist die Geschichte der Hexenprozesse

Anlässslich des 330 Jahrestages der ersten Hexenverbrennung im Altvatergebiet gab der Verbund der Gemeinden im Tesstal 
und die Freiwillige Feuerwehr von Wermsdorf eine Gedenkschrift, welche von dem annerkannten Historiker Mgr. Drahomir Polach 
verfasst wurde, heraus. 
Herr Polach und Frau Kantorkova von der Wermsdorfer Feuerwehr haben uns die Genehmigung erteilt diese zu Übersetzen 
und zu veröffentlichen.

Olga Küffel hat unentgeltlich diese Publikation übersetzt, so dass wir sie hier in deutscher Sprache lesen können.

Ich möchte mich dafür bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken. 

Rudolf Jackwerth


Zahlen und Fakten

Aufmerksamen Betrachtern einer Karte für das Gemeindegebiet Wermsdorf wird auffallen, dass die Nachbarorte Marschendorf und Zöptau ihre Grenzen bis hart an unser Wohngebiet heran geschoben hatten. Dafür gibt es eine plausible Erklärung.

Karte vom Mertatal

Laut alten Urkunden lag Alt-Marschendorf auch im Mertatal. Das würde heißen, dass die Bewohner in dem allmählich breiter werdenden Tal siedelten. Es ist daher verständlich, daß die Siedler, auch als Neu-Marschendorf jenseits des Fellbergsattels angelegt wurde, nicht bereit waren, dieses fruchtbare Gebiet wieder abzugeben. Ãhnlich verhielt es sich mit den Grenzen zu Zöptau. Der Meierhof Stettenhof wurde zwar 1783 und 1800 zerstückelt, Wermsdorf erhielt aus diesem Besitz aber nur die weit außerhalb liegende Siedlung Freiheitsberg, sowie die schwer erreichbaren zwei Häuser in Schwagersdorf.

Das Bild mit der Karte kann angeklickt werden, es öffnet sich ein neues Fenster mit der Karte in gross.

Den Gründern von Wermsdorf, die vermutlich durch die reichlich vorhandenen Erzvorkommen angelockt worden waren, blieb wohl keine andere Wahl, als merta-aufwärts zu roden, um auf diese Art Lebensraum zu gewinnen. Immerhin ist es den mutigen Siedlern gelungen, annähernd 3400 ha Land urbar zu machen, auch wenn es zunächst fast zur Gänze unwegsames Waldgebiet gewesen sein dürfte. Aus jener Zeit dürften auch die Flurnamen "Rödicht" stammen. Der Ort liegt bei der Kirche 514 m über NN. Die längste Ausdehnung von Haus Nr. 1 bis Nr. 166 (letztes Haus im Sensenzipfel) beträgt mehr als 4 km. Hinzu kommen noch die Seitentäler Siebenhöfen und Freiheitsberg mit jeweils 2 km. Der oberflächliche Betrachter wird erstaunt sein, dass laut einer Statistik aus dem Jahr 1930 unser Gemeindegebiet bis zu 80 % von Wald bedeckt war. Von den insgesamt ca. 3400 ha Gemeindebesitz entfallen auf die Baron Klein`schen Forstreviere Wermsdorf (also Sensenzipfel) ca. 1300 ha und Siebenhöfen ca. 900 ha, weiter ca. 400 ha waren Bauernwald. Lediglich die verbleibenden ca. 800 ha waren als landwirtschaftliche Nutzfläche, also Felder, Wiesen, Weiden und Gärten, ausgewiesen. Landsleute, die in den letzten Jahren die alte Heimat besuchten, werden gesehen haben, wie viel Hektar Grund sich der Wald seit unserem Weggang wieder zurückerobert hat. Nach einer anderen Statistik aus dem Jahr 1939 verteilte sich die vorhandene bebaubare Fläche auf

9 Anwesen mit ca. 20 ha Grund
42 Anwesen mit mehr als 10 ha Grund
22 Anwesen mit mehr als 5 ha Grund
17 Anwesen mit mehr als 5 ha Grund

Die höchste Einwohnerzahl wurde um das Jahr 1880 mit 1389 Personen festgestellt. Die Zahl verringerte sich in der Folgezeit ständig und lag zum Zeitpunkt der Aussiedlung bei ungefähr 900 Personen. Die Gemeindebürger wohnten in 208 Häusern.

Annähernd 400 Personen verdienten sich ihr Brot in der Land- und Forstwirtschaft, ca. 250 Bürger arbeiteten in der Industrie und im Handwerk, rund 170 Einwohner waren selbständig oder berufslos, die restlichen verteilten sich auf Handel und Verkehr, Öffentlicher Dienst, sowie Dienstleistungen. Viele der Arbeitnehmer, die gezwungen waren, außerhalb des Ortes einer Beschäftigung nachzugehen, waren in der Regel täglich 14 und mehr Stunden außer Haus und hatten zudem viele Kilometer Fußmarsch zu bewältigen.
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