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Die Wiesenberger Herrschaft

Die Baron Klein von Wiesenberg'sche Herrschaft war in mehrfacher Hinsicht der bedeutendste Faktor in unserer Gemeinde. Sie war wahrscheinlich nicht nur der größte Steuerzahler, sonder darüber hinaus wohl auch der größte Arbeitgeber für die Bewohner. Zwei Forstverwalter, mehrere Heger und eine Menge Waldarbeiter, sowie ein Kutscher verdienten hier ganzjährig ihr oftmals schweres, aber ausreichendes Brot. Weiter fanden viele Frauen einen einträglichen Nebenverdienst, sei es in den Baumschulen, beim Aufforsten, beim Anlegen der Futtervorräte für die Winterfütterung der Hirsche oder Säubern der vielen Wald- und Wanderwege. Nicht übersehen werden darf auch, dass sich viele Bauern durch Holzfahren, egal ob mit Klötzern bis zur herrschaftlichen Dampfsäge nach Zöptau/Petersdorf oder mit meterlangem Buchenscheitholz bis in die Haushalte und Betriebe in Mährisch-Schönberg beachtliche Einnahmen verschaffen konnten. Die einzige Möglichkeit, zu telefonieren, boten die beiden Forsthäuser. Für die Belange der Gemeinde hatte die Herrschaft jederzeit ein offenes Ohr und wahrscheinlich auch eine offene Hand.

Durch die Ausgabe der Holzsammelscheine wurde es möglich, dass sich verschiedene Häuslleute und auch Kleinlandwirte ihren Holzbedarf fast umsonst aus den Wäldern der Herrschaft decken konnten. Im Herbst wanderten viele Fuhren Buchenlaub in die Scheunen der Bauern und Ziegenhalter. Ungezählte Butten mit Himbeeren, Heidel- und Preiselbeeren wurden in den Haushalten verbraucht oder wanderten in die Brennereien in Weikersdorf und Mährisch-Schönberg. Und wer wusste nicht den alljährlichen reichen Pilzsegen, den die Wälder lieferten, zu schätzen?

Auch die Rolle des Christkindes in Gestalt von Baronin Emmi, stand der Herrschaft gut an. Es ist nicht belegt, in wie vielen Häuser jedes Jahr der Weihnachtsmann im Auftrag der Familie "unseres" Barons eingekehrt ist, um dort Gaben abzugeben. Dementsprechend gut war auch das Verhältnis zwischen Herrschaft und den kleinen Leuten.
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